Montag, 18. Juni 2018

          
Zu Anfang waren es zwölf Kriminelle, die auf die Todesstrafe warteten. 

Doch dann wurden sie für ein geheimes Experiment auserwählt. 

Es sollte den Fortschritt bringen, aus ihnen sollten mehr als nur Menschen werden. 

Doch es schlug fehl. 

Jetzt sind es diese Zwölf, die das Leben auf der Erde bedrohen und das Ende der Menschheit bedeuten könnten. 

Und die letzte Hoffnung ruht auf einem Mädchen. 

Amy ist die einzige, die sich der Macht der Zwölf entgegenstellen kann. 

Aber der Gegner ist stark, und Amys Kraft scheint mehr und mehr zu schwinden ...

SPOILER!
In „Der Übergang“ schilderte Justin Cronin die Vernichtung der Menschen auf den amerikanischen Kontinent. Doch kein Krieg, oder eine Umweltkatastrophe führt zu dieser Apokalypse – es war ein missglücktes medizinisches Experiment. Die Probanden, an denen das Virus getestet wird, sind Schwerverbrecher, Mörder, Kinderschänder, Serienkiller – der Bodensatz der Zivilisation. Das injizierte Virus soll die Menschen unsterblich machen und von Krankheiten heilen, diese immunisieren, doch es bringt den 12 Probanden und der Menschheit nur Tod und Verderben.


Die Zwölf – werden zu blutgierigen Virals, menschenähnliche Kreaturen mit einer vernichtenden physischen Kraft und dem Verlangen nach Blut. Der Ausbruch aus dem schwer bewachten und militärisch abgeriegelten Komplex gelingt den Kreaturen ohne Mühe und sie hinterlassen eine Blutspur und infizieren nach einem Biss andere Menschen, die sich innerhalb von wenigen Stunden zu ihresgleichen entwickeln. Eine Metamorphose des Grauens und das Ende der Zivilisation


Damit kommen wir zum Kernpunkt des Romans in denen nicht die „Virals“ als Bedrohung Pate stehen, sondern vielmehr das Zusammenleben und Überleben der letzten Menschen auf dem amerikanischen Kontinent. Hier kommt es zu dramatischen Szenen die uns Menschen als die wahren Monster identifizieren und uns vor Augen führen welche diktatorischen Elemente sich praktisch vor unserer Nase entwickeln können.

Justin Cronin schildert die Ereignisse in einigen zeitlich unabhängigen Passagen und konzentriert sich dabei immer wieder auf die Menschen, die sich entweder auf der Flucht vor dem Virus befinden oder die Viral bekämpfen. Bei allen Tragödien, die sich abspielen, findet der Autor dennoch immer einen Weg uns zu zeigen, dass Mitleid und Menschlichkeit, Opferbereitschaft und Heldenmut von Menschen getragen, die die Hoffnung nicht aufgeben, selbst dann nicht wenn die Zukunft der Menschheit auf Messers Schneide steht.


Die Suche nach „Die Zwölf“ und Amys Schicksal, die das Schicksal der Menschheit bestimmen kann, wird im Allgemeinen zu wenig erzählt. Selbst Amy kommt wenig zu Wort, erst gegen Ende des Romans hat Justin Cronin diese in seiner komplexen Handlung eingebaut.



Ebenso bleiben leider auch nach dem zweiten Band einige Fragen offen, z.B. hat das Virus auch auf anderen Kontinenten die Menschheit quasi vernichten können usw. !?

Auch wenn der Roman stärker, intensiver und viel spannender als der Übergang ist, so gibt es innerhalb der Handlung doch einige widersprüchliche und inhaltlich offene Fragen.

Am Ende des Romans wird sich der Leser fragen: Wie geht’s denn nun letztlich weiter, denn eigentlich und logisch betrachtet – ist das Ende wirklich gekommen? Welchen Weg will Justin Cronin in seinen dritten Band gehen wollen? Was für eine Geschichte gibt es noch zu erzählen?
„Die Zwölf“ von Justin Cronin ist trotz der wenigen Schwächen ein Meilenstein der Spannungsliteratur.


Selten habe ich ein so dicht gewebtes Band von Handlungssträngen und Spannung gelesen. Eine nicht wegzudiskutierende Steigerung zu „Der Übergang“. Justin Cronin hat sich damit ein kleines Denkmal gesetzt.


Sehr positiv ist auch zu sehen, dass sich der Autor wenigen bis keinen Klischees der „Vampirliteratur“ bedient. Viel mehr weiß er mit erhobenen Zeigefinger darauf hin, dass wir selbst unser Schicksal in unseren Händen halten.

„Die Zwölf“ von Justin Cronin ist einer der wichtigsten Bücher und ich glaube, dass sich viele Schriftsteller an seinen Stil und seiner erzählerischen Gewalt ein Beispiel nehmen werden.