Donnerstag, 2. Februar 2017


Jana Seelig hat im Netz herausgebrüllt, was es heißt, depressiv zu sein, und ist damit zu einer starken Stimme vieler Betroffener geworden.In »Minusgefühle« beschreibt sie ihre Niederlagen, ihre Chancen, ihre Traurigkeit und ihren ständigen Kampf gegen die Krankheit. Sie erzählt, was man fühlt, wenn man nichts fühlt. Davon, wie es ist, wenn man alles Mögliche versucht, um überhaupt etwas fühlen zu können: Alkohol, Sex, Drogen – der Versuch, so viel es geht zu leben, kostet sie genau so viel Kraft wie die vielen Erklärungen für Nichtbetroffene. Sprachmächtig und kompromisslos schreibt sie über die Depression, die ein Teil ihres Lebens ist – aber ihr Leben nicht mehr bestimmt.

Bei dem Buch hatte ich ehrlich gesagt ein paar Schwierigkeiten um in das Buch überhaupt rein zukommen. Die Kapitel sind zwar alle aneinander gereiht, aber für mich war das teilweise alles schwer nach zu vollziehen, weil die Kapitel (für mich) durcheinander waren. Aber so ist auch die Depression - durcheinander. Dennoch fand ich das Buch ganz gut. Einige Kapitel waren kürzer, dafür waren andere Kapitel länger. Mich persönlich hat das jetzt nicht gestört. Der Schreibstil ist sehr flüssig, also das Buch ist gut lesbar und wenn man sich dahinter hängt hat man das auch in ein paar Tagen durch gelesen. Ich glaube ich habe 3 oder 4 Tage für das Buch benötigt. 
Bei diesem Buch sollte man aber auch immer im Hinterkopf behalten, dass es eine wahre Geschichte ist und das sie nicht erfunden ist. Dieses Buch basiert allein auf der Geschichte der Autorin. Das Buch würde ich auch Menschen empfehlen, die sich für dieses Genre interessieren. 
Ich gehe seither mit meiner Erkrankung offener um gegenüber anderen, aber auch mir gegenüber.
Erzähle davon um es zu entstigmatisieren um, ja vielleicht sogar, aufzuklären?!

Jana hat es geschafft die Krankheit und das Gedankenkonstrukt dahinter deutlich und verständlicher und vor allem greifbarer für diejenigen zu machen die es interessiert und sich nicht scheuen sich genauer zu informieren.
Es ist so einfach abzuwinken ohne wirklich nach zu denken. Sie macht deutlich, dass es bei Depressionen nicht einfach nur um ein Gefühl der Traurigkeit geht, eben halt #notjustsad !!!!!
Danke für deine Ehrlichkeit und deinen Mut diese Krankheit zu entstigmatisieren!!!

Ich habe Minusgefühle in drei Tagen durch gelesen. Es ist keine Happy Ending Geschichte und auch kein Feelgood Buch, aber es hat seine Berechtigung. Jana Seelig berichtet über ihren Umgang mit Depressionen und Ängsten. Sie erzählt ihre Geschichte von Anfang an. Dabei schreibt sie das nicht öde runter sondern als sitze sie neben dir und erzählt es dir bei einem Tee oder so. Ich mag ihre Art zu schreiben sehr muss ich "sagen". Es ist ungeschönt, offen und ehrlich. Keine Romantisierung, keine Verharmlosung und das ist mir sehr wichtig gewesen, weil ich die Krankheit besser Kennenlernen wollte und das habe ich. Es ist schade, dass Depressionen in unserer Gesellschaft immer noch nicht richtig angekommen sind, aber wenn jemand wirklich interessiert daran ist, dann bietet Minusgefühle einen guten Einblick darüber wie diese Krankheit sich abspielen kann.