Freitag, 22. Juni 2018



Titel: Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit
Autor/in: Claire Douglas
ISBN: 978-3328101697
Preis: 13 Euro
Verlag: Penguin
Format: Broschiert
Seitenzahl: 448






Ein Ort voller Erinnerungen. Ein Ort voller Lügen.

Francesca und Sophie wachsen in einer verschlafenen Kleinstadt am Meer auf. Die beiden sind unzertrennlich, verbringen gemeinsame Abende mit ihrer Clique auf dem alten Pier, trinken Dosenbier und tanzen zu Madonna. Und sie erzählen einander alles. Doch dann verschwindet Sophie eines Nachts spurlos. Zurück bleiben nur ihr Turnschuh am Pier und die Frage nach dem Warum. Achtzehn Jahre später wird dort eine Leiche angespült, und Francesca weiß, dass sie nach Hause zurückkehren und endlich Antworten finden muss. Darauf, was in dieser Nacht wirklich geschah. Denn niemand verschwindet einfach so. Ohne eine Spur. Und vor allem nicht ohne Grund ...







Thriller müssen mich packen, und zwar von Anfang an. Und leider war ich in der letzten Zeit immer mal wieder vom Thriller-Genre enttäuscht worden, da die Geschichten immer so dahin plätscherten. Dabei erwarte ich doch Spannung, wenn ich schon einen Thriller lese. Der Thriller „MISSING – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ von Claire Douglas hat mich tatsächlich gleich zu Beginn gefesselt. Besonders mag ich immer wieder den Perspektivenwechsel zwischen Frankie und ihrer Freundin Sophie. Da Sophie verschwunden ist, werden ihre Erlebnisse aus der Vergangenheitsperspektive erzählt, denn sie öffnet sich ihrem Tagebuch. Frankies Sicht der Dinge sind in der Gegenwartsform verfasst, so dass es dem Leser auch leicht fällt, in den Zeiten hin und her zu springen. Vor einigen Jahren ist Frankies beste Freundin Sophie verschwunden. Als sterbliche Überreste an ihrem Heimatort gefunden werden, begibt sich die erfolgreiche und ehrgeizige Geschäftsfrau auf die Reise dorthin zurück, um gemeinsam mit ihren damaligen Freunden herauszufinden, was wohl in der Nacht des Verschwindens passiert sein mag. Was Frankie auf ihren Entdeckungen widerfährt, erinnert stark an einen Psychothriller, da man sich als Leser zunächst manche Dinge nicht erklären kann. Der Leser wird nach und nach auf sanfte Weise auf die Verbrechensaufklärung vorbeireitet. Und das ist eine Sache die ich etwas schade finde, da der Thriller zum Ende hin etwas dahinplätschert, wie ich so gern sage. Denn mit dem Voranschreiten des Lesens ist mir irgendwie in etwa klar geworden, was passiert ist. Dennoch ist „MISSING – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ eine lesenwerte Geschichte bestückt mit Liebe, Missgunst und Eifersucht.

 Die Protagonistin Frankie wendet sich nämlich in Gedanken an ein "DU", dass sich erst kurz später als ihre tote, beste Freundin entpuppt. Dass sie immer wieder diese Freundin anspricht, zieht sich durch das ganze Buch.
Auch die Perspektive ist interessant: Kapitel, in denen aus Frankies Sicht erzählt werden, wechseln mit Kapiteln, die aus Tagebucheinträgen der toten Freundin bestehen.
Die Story fand ich spannend; kleine Geheimnisse ziehen sich von einem Kapitel ins nächste und es kommen immer neue hinzu. Die Perspektivwechsel haben den Lesefluss nicht ausgebremst, da ich zu meiner eigenen Verwunderung an beiden Geschichten gleichermaßen interessiert war. Normalerweise nerven mich Perspektivwechsel ziemlich oft, da mich das Schicksal einer Figur kaum bewegt.

Es war sehr fesselnd, Frankie in Oldcliffe-on-Sea zu begleiten. Die Stimmung ist durchgängig ziemlich bedrohlich, fast düster und
atmosphärisch, was bei mir oft ein fast beklemmendes Gefühl ausgelöst hat.
Gleichzeitig nähert man sich in Sophies Tagebuch ganz allmählich der entscheidenden Nacht, in der Sophie verschwand.
Ich hatte während des Lesens viele Verdachtsmomente, was passiert sein könnte, aber mit dem, was sich am Ende offenbart, habe ich
nicht gerechnet und war fast ein bisschen geschockt.
Dieser Thriller zeigt Züge eines Psychothrillers und hat mich durchgängig gefesselt. Durch den toll konstruierten Plot hat die Story auf mich
einen regelrechten Sog ausgeübt, so dass sich das Buch schnell zum Pageturner entwickelt hat.
Deshalb empfehle ich diesen mitreißenden und spannenden Thriller gerne weiter!






Die Auflösung habe ich so nicht erwartet - zu keinem Zeitpunkt der Geschichte, Trotzdem ist sie logisch und schließt die Geschichte rund ab.
Lediglich einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Ab und zu erstreckten sich Sätze über viele Zeilen. Da habe ich manchmal Punkte zwischendurch vermisst.