Freitag, 29. Juni 2018







India lebt mit ihren Hippie-Eltern und ihrem Bruder Che in der bürgerlichen Umgebung einer süddeutschen Kleinstadt. 

Intelligent und mit spöttischem Scharfblick betrachtet sie die Welt der Erwachsenen und durchschaut deren Lebenslügen.

 Ihr Nachbar, ein Musiklehrer, überredet sie zu Klavierstunden und entdeckt ihre große musikalische Begabung. 

Während ihre Eltern mit einer Ehekrise beschäftigt sind und Che in die Kriminalität abzudriften droht, entsteht zwischen India und ihrem Lehrer eine einzigartige Verbindung, getragen von der Liebe zur Musik. 

Doch in einem einzigen Moment zerstört 
er ihr Vertrauen, und India steht vor einer 
furchtbaren  Entscheidung: Ihr Geheimnis
öffentlich zu  machen – oder für immer 
zu schweigen.







,,Lieber wäre ich normal. Aber vielleicht wäre das langweilig.''

Wow, ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll. Ich bin absolut begeistert von diesem Buch, aber finde dieses Ende einfach unfassbar traurig. Ich habe schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen!

Die Darstellungen aller Charaktere und vor allem die der Protagonisten.. einfach Wahnsinn! Ich konnte mich sehr gut in India und ihren Bruder Che hinein versetzen. Jedes Gefühl und jeder Gedanke wurde ausführlich beschrieben, sodass man als außenstehender keine Probleme hatte, den Gedankengängen der Autorin zu folgen. 

Die Autorin hat einen unglaublichen flüssigen und ansprechenden Schreibstil, dem man sehr gut und schnell folgen kann. Außerdem hat sie ein angemessenes Maß an Kapitel, d.h. sie sind nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz.

Und dieses Ende. Ein Hammer!

Spoiler!


Dieses Buch spricht ein Thema an, was höchst wahrscheinlich sehr oft in unseren Umkreis vorkommt. Der Missbrauch bzw. sexuelle Belästigung. Nachdem India eines Tages bei ihrem Musiklehrer Christian war zum Musik hören, begann Christian India an Stellen zu berühren, wo es nicht hätte sein sollen. Anschließend redete er India ein, dass sie nur geträumt hätte. Ab da geht sie nicht mehr zum Musikunterricht und hielt alles vor erst für sich. 
Als sie es dann doch ihren Eltern beichtete, glaubten sie ihr kein Wort und nahmen Christian in Schutz. 

Sie sprach kein Wort mehr darüber und versuchte alles so gut wie es geht zu verdrängen. Dies gelang ihr auch, aber irgendwann beschloss sie, sich ihren Ängsten stellen zu müssen, was sie auch tat. 

Hierbei beschreibt Amelie Fried eine unglaubliche junge Frau, die stark und selbstbewusst weiter durch ihr Leben geht und versucht das Geschehene nicht in ihr Leben zu lassen.

Besonders schade finde ich, dass India am Ende nicht den Mut zusammen genommen hat, um Christian anzuzeigen und sich helfen zu lassen!







Ich empfehle so gut wie jedem das Buch. Das Buch ist ein Lesemuss und gehört in jedes Bücherregal! Amelie Fried ist eine unglaublich tolle Autorin und ich finde es schade, dass ich sie nicht früher entdeckt habe. Ich werde bestimmt noch weitere Bücher von ihr lesen!

Anbei möchte ich eine Trigger Warning in dem Bereich Depressionen, Missbrauch und Vernachlässigung hinzufügen!

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