Samstag, 2. Juni 2018

Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen, die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz:


Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann, der eine Leidenschaft hat für die Magie. Er bittet um Stille für die Große Illusion - aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still. 



Ein Junge, der Bäume nur als Schrank super findet, sich im Wald aber mit Hirschen anfreundet und eine Runde X-Box mit ihnen spielt.



Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterherjagen, quer durch Europa: einer christlichen
Menschenrechtsaktivistin, einer
syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. 

Ein geheimnisvoller schwarz gekleideter
 Mann, der behauptet, Fallen herstellen
 zu können für jeden Zweck, nicht nur
für das Tier. 








12 freche Erzählungen, magisch und surreal. Nun sitze ich hier, versuche für die Rezension etwas zusammenzufassen, sei es auch nur eine einzige Geschichte. Bisher ist mir das immer gelungen. Doch wo fängt man hier an? Am besten gar nicht. Manche der Geschichten habe ich abgebrochen, durch andere habe ich mich hindurchgequält, sie sogar nochmal gelesen.

Ja, es gibt gute Sätze. Aber ein paar gute Sprachverrenkungen machen noch keine Geschichte aus. Vielleicht bin ich zu bodenständig für surreale Texte, mir hat es keinen Spaß gemacht. Die Geschichte mit dem Titel »Mo klaut ein surrealistisches Gemälde von einer syrischen Surrealistin und will es seinem Vater verkaufen, bzw. egal wem«, machte mich neugierig, hörte sich spannend an. Ich bin trotz zweimaligen Lesens nicht in der Lage, sie wiederzugeben. Die Figur Mo taucht noch einmal auf, wie einige der Protagonisten. Trotz aller Tragik, die hinter jeder Geschichte steht, bleiben mir die Figuren fern. Trotz aller Fantasie, wo endet die Realität, beginnt das Magische?, mag ich mich hier nicht einfinden. Ein Sprachkünstler ist Saša Stanišić auf jeden Fall, Wortgewalt bekommt an manchen Stellen eine andere Bedeutung.

Der Fallensteller (siehe Titel) stellt Fallen, um die Gedanken der Menschen zu sammeln. Es gibt kluge Gedankengänge und blitzgescheite Sätze in der Geschichte. Doch auch hier kommt bei mir als Gesamtkonzept nur ein Gähnen auf. Dies ist nicht mein Buch, absolut nicht. Alles Geschmack!




Wenn man kein absoluter Fan des Kurzprosatums ist, würde ich sagen: Vorsicht!

Ganz gut lesbar, aber mir fehlt der rote Faden. Mir gefiele es, wenn die beiden großen Stränge "Ich & Mo" sowie "Georg Horvath" verknüpft oder zu selbständigen Romanhandlungen ausgearbeitet wären. Der "Fallensteller" (die längste der kurzen Geschichten) gefiel mir sehr.

Stellenweise gute Unterhaltung mit vielen Fragezeichen. Wahrscheinlich fehlt mir der "intellektuelle Zugang"...

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